Feedbackkultur einführen: Warum es sich lohnt und wie es gelingt

„Damals hat es doch auch funktioniert." Diesen Satz hört man in vielen Häusern, und er stimmt sogar. Es hat funktioniert.

Die Frage ist nur, ob es das heute noch tut (wirklich?) — und ob es das morgen noch tun wird.

 

Was passiert, wenn Sie nichts ändern

 

Ihr Betrieb läuft weiter wie bisher. Kein Drama, keine Unruhe. Nur: Die Probleme, die es gibt, kommen bei Ihnen später an als bei allen anderen.

Sie erfahren von einem Lieferverzug, wenn der Kunde anruft — nicht, wenn Ihr Mitarbeiter drei Wochen vorher gesehen hat, dass es eng wird.

Sie erfahren von einem Fehler, wenn er teuer ist — nicht, wenn er noch klein war.

Das ist kein Vorwurf an Ihre Leute.

Es ist die logische Folge davon, dass niemand das Gefühl hat, mit einer unbequemen Beobachtung willkommen zu sein.

Und Sie zahlen diesen Aufpreis still, jeden Monat, ohne dass er auf irgendeiner Rechnung auftaucht.

Der teuerste Posten ist immer der, den man nicht sieht.

 

Was eine Feedbackkultur im Unternehmen wirklich verändert

 

Sie bekommen dieselben Informationen zwanzig Tage früher.

Sie erfahren von Problemen, solange sie noch günstig zu lösen sind.

Sie kriegen Ideen von Leuten, die seit fünfzehn Jahren an derselben Maschine stehen — und die genau wissen, wo es hakt.

Das klingt unspektakulär, ist aber der ganze Trick: Nichts an Ihrem Betrieb wird umgekrempelt.

Die Abläufe bleiben, die Zuständigkeiten bleiben, Ihr Wort bleibt das letzte.

Es kommt nur eine Sorte Information dazu, die bisher nicht durchkommt.

 

Mitarbeiter nach ihrer Meinung fragen: Was dann wirklich passiert

 

Stellen Sie sich vor, Sie fragen in der Besprechung einmal ernsthaft, was aus Sicht Ihrer Leute schief läuft. Nicht als Test, nicht rhetorisch, sondern so, dass Sie hinterher nachhaken.

Die meisten Führungskräfte erwarten zwei Reaktionen: beleidigte Gesichter oder verschlossene Mienen.

Was tatsächlich passiert, ist etwas anderes.

Die Leute sind erst irritiert, dann misstrauisch, dann — wenn sie merken, dass es keine Falle ist — erleichtert.

Und das Erstaunlichste: Sie erzählen meistens nicht von persönlichen Befindlichkeiten, sondern von Sachen, die Ihnen selbst schon aufgefallen sind.

Das ist der Grund, warum sich das Format nach zwei, drei Runden von allein trägt. Sie müssen es nicht dauernd antreiben.

Es wird zum guten Ton.

 

Was passiert, wenn Feedback nach hinten losgeht — und wie Sie das verhindern

 

Ein berechtigter Einwand, und ein ehrlicher. Wenn Sie einmal fragen und dann nichts tun, war es schlimmer als vorher.

Dann hat die Runde bewiesen, dass Reden nichts bringt — und das Misstrauen ist größer als zuvor.

Genau deshalb ist die Reihenfolge wichtig: Klein anfangen, in einem Format, das Sie kontrollieren. Nicht gleich alle Abteilungen, nicht gleich alles auf einmal.

Ein Gespräch im Quartal, ein begrenzter Kreis, und danach sichtbar eine Sache umsetzen. Vielleicht sogar eine, die Sie sowieso hätten umsetzen wollen. Das reicht als Beweis.

Und was, wenn niemand etwas sagt?

Dann ist die Diagnose wertvoller als die Antwort: Sie wissen dann, dass bei Ihnen ein Schweigen herrscht, das Sie vorher nicht gesehen haben.

 

Was eine Feedbackkultur konkret bringt: 5 Vorteile für Ihr Unternehmen

 

  • Früher wissen ist billiger. Fehler sind im Frühstadium ein Bruchteil dessen wert, was sie später kosten.
  • Weniger Überraschungen im Kundengespräch. Sie kennen den Verzug, bevor der Kunde ihn kennt.
  • Weniger stille Kündigungen. Wer das Gefühl hat, gehört zu werden, kündigt nicht aus Resignation — sondern sagt es vorher, wenn etwas nicht passt.
  • Entlastung für Sie als Führungskraft. Jedes Problem, das oben auf dem Tisch landet, obwohl es unten hätte gelöst werden können, ist ein Problem, das Sie zweimal anfassen.
  • Sie steuern, statt gesteuert zu werden. Was Sie wissen, können Sie steuern. Was Sie nicht wissen, steuert Sie.

 

Feedbackkultur in konservativen Unternehmen: Warum „das war doch immer so" nicht mehr trägt

 

Der Markt ist schneller geworden, die Konkurrenz näher gerückt und die Belegschaft aufmerksamer, was gute Arbeitsbedingungen angeht. Sie vergleicht.

Wenn bei Ihnen alles beim Alten bleibt, und Ihre Konkurrenz ist hellwach und vorne dabei, merken Sie das nicht bei den Standortkosten — Sie merken an den Bewerbungen, die ausbleiben.

Und ein Punkt, der gerade in traditionsbewussten Häusern sehr gerne übersehen wird: 

Eine funktionierende Feedbackkultur ist kein Bruch mit der Ordnung.

Sie ist die Fortsetzung der Ordnung mit besseren Informationen.

Verantwortung steigt nicht dadurch, dass man nichts hört. Sie entsteht dadurch, dass man weiß, was los ist.

 

Feedbackkultur einführen: Nie zu spät — und der erste Schritt ist klein

 

Sie müssen nichts von dem aufgeben, was sich bewährt hat. Sie fügen eine Gewohnheit hinzu, die Sie nach kurzer Zeit nicht mehr missen möchte.

Der erste Schritt ist kleiner, als Sie denken:

Beim nächsten Termin eine einzige Frage ernsthaft stellen und die Antwort aushalten, ohne sie zu bewerten. 

Das reicht vollkommen für den Anfang!

Wenn Sie weiter gehen wollen, rufen Sie mich einfach an: 

Ich begleite Ihre nächsten Schritte!